Drei Jahre Beratung, ein Ausblick

„Wir sind gekommen um zu bleiben!“ Diesem Motto folgend, gründete Alexander Busam 2011 den Verein Zentrum selbstbestimmt Leben Gießen e.V. (ZsL).

Das Hauptanliegen des Vereins ist die Förderung des selbstbestimmten Lebens von Menschen mit Behinderung. Der Beratungsdienst, der im Verein aufgebaut wurde, ist das Mittel dazu.
Seit Anfang 2012 können sich Betroffene, deren Angehörige und Interessierte rund um das Thema „Leben mit Behinderung“ beraten lassen. Das Besondere ist dabei, dass die Berater selbst auch Betroffene sind. Das ermöglicht eine Beratung auf Augenhöhe. Viele Ratsuchende wenden sich an das ZsL, weil sie bei der Durchsetzung ihrer Rechte Unterstützung benötigen, beispielsweise im Zusammenhang mit gesellschaftlicher Teilhabe. Oder weil sie Probleme haben eine Wohnung zu finden, die für Ihre Bedarfe geeignet ist. Andere kommen, weil sie den Wunsch haben auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
„Man kann sich gar nicht vorstellen welche Hürden Betroffene überwinden müssen, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen möchten, wie jeder andere auch – und dabei handelt es sich nicht nur um bauliche Barrieren,“ berichtet Elisabeth Adam. Sie ist Gründungsmitglied des Vereins und Beratungsdienstleiterin.

Nach drei Jahren Beratungsarbeit zieht sie ein Zwischenfazit: „Wir sind auf einem guten Weg, wenn man betrachtet, was in so kurzer Zeit alles passiert ist“. Angefangen hatte der Beratungsdienst in einem Leihbüro mit einer Beraterin und Sprechzeiten von vier Stunden pro Woche. Inzwischen gibt es drei Berater, die stetig weitergebildet werden, ein Büro mit zwei Beratungsräumen am Ludwigsplatz 4 und steigende Beratungsanfragen. Die Zahlen sprechen für sich: „2014 haben sich 189 Ratsuchende an uns gewandt, 2013 waren es 67“ berichtet Adam, „Zurücklehnen ist jedoch nicht drin - ganz im Gegenteil: Es bedarf sehr viel Arbeit unabhängige und professionelle Beratung anzubieten, die auf Dauer kostenfrei bleibt.

Ohne die Förderung der Aktion Mensch oder der Auerbachstiftung und weitere Stiftungsgelder oder Spenden, wäre das kaum möglich gewesen.“ Ende 2014 läuft die Förderung der Aktion Mensch jedoch aus. Adam ist dennoch zuversichtlich: „Wir blicken der Zukunft positiv entgegen. Bisher haben wir den Beratungsdienst aufgebaut, jetzt werden wir ihn festigen – und werden bleiben.“

Ein breites Angebot gibt es bereits: Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 14 bis 17 Uhr sind Beratungssprechzeiten. Zum Thema Persönliches Budget können Ratsuchende sich beim Budgetberater Dr. Markus Drolshagen informieren. Für gehörlose Menschen gibt es einmal im Monat eine Sprechstunde mit Dolmetscher.

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