Neuer Vorstand beim Zentrum selbstbestimmt Leben Gießen

Thies Böttcher, Erika Wolf und Sascha Lotz wurden auf der letzten Mitgliederversammlung des Zentrums selbstbestimmt Leben Gießen e.V.  in den Vorstand gewählt. Ferner  wurde die Satzung überarbeitet und neu beschlossen. Die neue Satzung verschlankt die innere Struktur, baut Hierarchien noch mehr ab als bisher  und soll eine effizientere Arbeit ermöglichen. Die Versammlung in den Räumen der Arbeitsloseninitiative Gießen diskutierte die zukünftige Arbeit. Im Mittelpunkt stand hier die Umsetzung der Idee, durch das Angebot von thematischen Arbeitskreisen mehr Mitglieder und Nichtmitglieder, vor allem mehr Menschen mit Behinderung,  in die Arbeit des Vereins miteinzubeziehen. Bei den Arbeitskreisen sollen erst einmal  die Themen „lokale Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“, „Arbeit mit Behinderung“, „Bildung mit Behinderung“ und „Selbstbestimmt Leben“ behandelt werden.
Geschäftsführer Alexander Busam berichtete auf der Mitgliederversammlung über den aktuellen Stand zum Zentrumsaufbau. Nach neun Monaten seit der Gründung konnten die wichtigsten Aufgaben erledigt werden. Nachdem im September die juristischen Vorgaben für einen eingetragenen, gemeinnützigen Verein erledigt werden konnte, wurde das Gießener Zentrum auch schon im September 2011 Mitglied beim bundesweiten Dachverband Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (www.isl-ev.de). Nach der Förderzusage durch die Aktion Mensch im Dezember 2011 konnte ab Januar 2012 hauptamtlich mit 1,5 Personalstellen und zwei Mitarbeitern die Arbeit weiter intensiviert werden. Nach der Öffentlichkeitskampagne im März mit dem Motto „Behindern ist heilbar – auch in Gießen“ konnte Anfang Mai das erste Vereinsbüro in zentraler Lage am Ludwigsplatz 4 bezogen werden. Die barrierefreie Struktur bietet die Entwicklungsmöglichkeiten, alle Bedarfe für Klienten, Mitstreiter, Mitglieder oder Mitarbeiter zu berücksichtigen. Die finanzielle Lage entwickelte sich auch im April weiterhin positiv. Mitte April kam die Zusage der Heidehof-Stiftung aus Stuttgart, das Zentrum beim Aufbau zu fördern. Damit konnten die wichtigsten und größten finanziellen Belastungen im Bereich der Sach- und Personalkosten abgesichert werden.
Aus der Beratungsarbeit, die Anfang Februar im Verein institutionalisiert wurde, berichtet Elisabeth Adam eine hohe Nachfrage seitens Betroffener oder deren Angehörige. In den ersten zwei  Monaten gab es bereits  38 Ratsuchende, die sich persönlich, per Telefon oder per E-Mail an den Beratungsdienst des ZsL gewandt haben. Einige werden mehrmals und nach Bedarf langfristig beraten.  Hauptthemen in der Beratung sind aktuell die fehlende Arbeitsintegration, Fragen zum persönlichen Budget oder der Wunsch die Wohnform selbst zu bestimmen.
Bei der Vorstandsklausur kurz nach der Mitgliederversammlung wurden organisatorische und inhaltliche Weichenstellungen gestellt. Der neue Vorstand beauftragt auch weiterhin Alexander Busam mit der Geschäftsführung des Vereins. Er bestätigte auch das Engagement rund um die Ausrichtung von Inklusionsideenwerkstätten zu den Bereichen Arbeit und Bildung in den nächsten neun Monaten. Auch das Engagement um die selbstbestimmte Assistenz wird weitergeführt. Das Zentrum wird hier noch in den nächsten Monaten Recherche- und Konzeptarbeit leisten, Analysen und inhaltliche Festsetzungen in der Öffentlichkeit diskutieren, um sich dann möglicherweise auch operativ als Dienstleister oder im Bereich der Beratung zu engagieren.
Das ZsL Gießen weist darauf hin, dass das Zentrum als gemeinnütziger Verein auf Spenden angewiesen ist. Auch anlässlich des einjährigen Bestehens am 1. September 2012 bittet der Verein weiterhin um Geld- und Sachspenden.