Der letzte Politikerbesuch beim Zentrum selbstbestimmt Leben Gießen e.V. vor den Wahlen

Der Linken-Direktkandidat für den Bundestag Ali Al-Dailami und der Direktkandidat der Linken für den Landtag, Matthias Riedl, besuchten das Zentrum selbstbestimmt Leben Gießen e.V. in den Beratungsräumen am Ludwigsplatz 4 in Gießen. In dem Gespräch konnten sich beide Kandidaten ein Bild von der Arbeit des Zentrums machen. Beide Politiker waren sich einig, dass der Verein eine Pionierarbeit in Gießen leiste. Gerade die Tatsache, dass Menschen mit Behinderung ihre Anliegen selbst in die Hand nehmen werteten die Kandidaten als besonders wichtig. Zentrums-Geschäftsführer Alexander Busam erklärte die beiden Arbeitsbereiche Beratung und Interessenvertretung. Sehr viel Wert werde auch in der Beratung auf den Willen des einzelnen Klienten gelegt. Bisher habe es seit der Gründung des Vereins vor rund 2 Jahren bereits über 700 Beratungskontakte gegeben. Wichtiger inhaltlicher Bereich bei der Beratung sei das persönliche Budget und die persönliche Assistenz. Kritisiert wurde die schleppende Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Dabei wurde unter anderem angemerkt, dass bei den Teilhabeleistungen von Menschen mit Behinderung immer noch das Einkommen und Vermögen angerechnet wird, dass zu wenig beraten wird im Bereich des persönlichen Budgets durch die öffentliche Hand und dass selbstbestimmte Strukturen immer noch äußerst stiefmütterlich behandelt werden, wenn es darum Geld, einen kleinen Finanzierungsbeitrag aus dem Milliardenbudgets der Behindertenhilfe zu organisieren.  "DIE LINKE streitet für eine inklusive Gesellschaft in der jeder Mensch als gleichberechtigtes Mitglied der Gesellschaft an ihr teilhaben soll. Leider ist Deutschland noch Lichtjahre von der Umsetzung der UN Menschenrechtskonvention entfernt" bedauert Al-Dailami. Riedl ergänzt:" Wir haben als einzige im Landtag vertreten Partei die Schuldenbremse abgelehnt. Leider bestätigen sich unsere Befürchtungen, dass es sich eigentlich um eine Investitionsbremse handelt. Denn mit der eingeführten Schuldenbremse werden nun Kürzungen in allen Bereichen begründet. Al-Dailami weiter:" Es kann nicht sein, dass Grund- und Menschenrechte  für die sogenannten Schuldenbremse geopfert werden, während gleichzeitig mehr als 300 Milliarden Euro zur Rettung von Banken und Spekulanten ausgegeben werden."
Alle Beteiligten waren sich einig: Das Gespräch war nur der Anfang. Zukünftig möchte man im regelmäßigen Austausch stehen damit das Thema einer inklusiven Gesellschaft nicht nur im Wahlkampf eine Rolle spielt.

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